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Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Deportation der Freiburger Jüdinnen und Juden nach Gurs

Mit einer Gedenkfeier erinnern die Stadt Freiburg und weitere Veranstaltende an die Deportation Freiburger Jüdinnen und Juden in das südfranzösische Internierungslager Gurs. Im Anschluss findet ein Schweigemarsch zum Mantel-Mahnmal auf der Wiwilí-Brücke statt.

Der 22. Oktober 1940 war der letzte Tag des jüdischen Laubhüttenfestes (hebräisch: Sukkot). In einer konzertierten Aktion der nationalsozialistischen Gauleiter Robert Wagner („Gau Baden“) und Josef Bürckel („Gau Saarpfalz“) wurden an diesem Tag über 6500 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus Baden, der Pfalz und dem Saarland in das Lager Gurs in Südfrankreich deportiert. Vom Freiburger Bahnhof aus wurden mindestens 379 Freiburger Jüdinnen und Juden deportiert.

Viele der in Gurs Internierten starben aufgrund völlig unzureichender Nahrung, katastrophaler hygienischer Zustände und fehlender medizinischer Versorgung an Entkräftung, Hunger und Krankheit. Ab August 1942 wurden die noch Lebenden über das Sammellager Drancy bei Paris in die Vernichtungslager im Osten, vor allem nach Auschwitz-Birkenau, deportiert und dort ermordet.

Die Gedenkfeier beginnt mit einem Beitrag von Bürgermeisterin Christine Buchheit für die Stadt Freiburg. Anschließend sprechen Nicole Elias, zweite Vorsitzende der Egalitären Jüdischen Chawurah Gescher, sowie François Blum im Namen des Vereins „Nachkommen, Verwandte und Freunde der Mitglieder der ehemaligen Israelitischen Gemeinde Freiburg“.

Ein besonderer Teil der diesjährigen Gedenkfeier ist die Lesung aus den Briefen von Siegfried und Marie Nelson. Joachim S. Nelson liest aus den Briefen seiner Großeltern, die im Oktober 1940 gemeinsam mit mehreren Familienmitgliedern nach Gurs deportiert wurden. Im Anschluss spricht Moshe Hayoun, Kantor der Israelitischen Gemeinde Freiburg, die Gebete El Male Rachamim und Kaddisch zum Gedenken an die Opfer des Holocaust.

Den Abschluss bildet ein Schweigemarsch zum Mantel-Mahnmal auf der Wiwilí-Brücke. Dort werden Kränze zum Gedenken an die Opfer niedergelegt.

Die Gedenkfeier findet im Rahmen der bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben statt, die vom Freiburger Bündnis gegen Antisemitismus gemeinsam mit vielen Partnern organisiert werden. Vom 6. Oktober bis 10. November machen Vorträge, Workshops, Lesungen, Konzerte, Begegnungen und Gedenkveranstaltungen die Vielfalt des jüdischen Lebens sichtbar und stärken eine klare Haltung gegen Hass und Verschwörungsdenken.

Die Stadt Freiburg lädt alle Bürger*innen herzlich zur Gedenkfeier ein; die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Infos beim Kulturamt, Tel. 0761 201-2101, E-Mail: kulturamt@freiburg.de

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Platz der Alten Synagoge
Platz der Alten Synagoge 79098 Freiburg