Susanne Kühn, aus der Serie Her Name is Amygdala Vertigo, 2022, Acryl auf Leinwand, 200 x 320 cm, © Bernard Strauss, VG Bildkunst Bonn

Susanne Kühn | Virtuelle Bildwelten und aktuelle Malerei

Susanne Kühn untersucht in ihrer Solopräsentation das Potential von virtueller Realität für neue Formen des bildlichen Denkens. Dabei unterzieht sie Menschen- und Pflanzendarstellungen sowie ihre biologischen Strukturen wie Zellen oder Flagellen einer Neuerfindung. Organische Formen können technoide Strukturen annehmen oder wachsen zu menschenähnlichen Wesen heran.

Virtuelle Realität (VR) sind dreidimensionale, echt erscheinende Welten, die durch spezielle Software in Echtzeit erzeugt werden. Während sich Computerspiel-Ästhetiken, als Anwendungsbereich von VR, um Plausibilität und Wirklichkeitstreue bemühen, nutzt Kühn Abweichung, Inkongruenz oder Verzerrung um phantastisch wuchernde Universen zu erschaffen.
Durch das generative Prinzip von VR sind Kühns Bilderfindungen keine Grenzen gesetzt.

Kühns Bildwelten des Natürlichen zeichnen sich durch überbordendes vitales Wachstum aus. Eingrenzende Prinzipien wie Architektur werden zurückgedrängt. In den ersten Naturdarstellungen der westlichen Kunstgeschichte, etwa in Konrad Witz Tafelbildern, erscheinen Pflanzen und Blumen klein. Weil Natur als Gefährdung der göttlichen Ordnung galt, durfte sie nur kontrolliert und marginal dargestellt werden. Kühn, die in Zeiten des Post-Feminismus und des Post-Anthropozäns malt, hat Scheuklappen dieser Art längst abgelegt. Mit selbstbewusster Malerinnen-Lust setzt sie das Potenzial von VR für die visuelle Neuerfindung des Natürlichen in Szene.

Erstmalig werden in dieser Ausstellung Kühns Keramiken gezeigt. Als skulpturale Gewächse erweitern sie den Bildraum ihrer jüngsten Gemälde in den Realraum. Eine Diaprojektion mit Fotografien zeigt die Modelle, die ihre Bilder bevölkern.

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Ausstellung

Kunst mit allen Sinnen erfahren

30.09.2022 / 10:00 - 18:00 Uhr / Buchhandlung zum Wetzstein

Wort und Bild vereinigen sich im Wetzstein. Aktuell mit Werken von Helga Maartens (Autorenportraits) und von Ulrich Blum (Fotografien). Montag-Samstag, 10.00 - 18.00 Uhr.

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