Delhi, ein Tanz

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Im Besuchszimmer eines Krankenhauses bangt die Tänzerin Ekaterina um ihre krebskranke Mutter. Gesellschaft leistet ihr die Freundin ihrer Mutter, eine Tanzkritikerin, die tief beeindruckt ist von einem Tanz, der Ekaterina berühmt gemacht hat. In den Slums Neu-Delhis, zwischen Tierkadavern und Versehrten, hat die junge Tänzerin einen Tanz entwickelt, in dem sie ihren Schmerz beim Anblick des Elends in Indien verarbeitet hat. Schmerzhaft wartet Ekaterina auch auf die Entscheidung ihres Geliebten Andrej, ob er sich von seiner Frau trennt oder nicht. Doch was wäre, wenn es Paralleluniversen gäbe, in denen Ereignisse einen anderen Ausgang nehmen? Iwan Wyrypajew variiert virtuos sieben Mal die gleiche Situation und lässt sieben Mal im Besuchszimmer des Krankenhauses dieselben Personen zusammentreffen. Sieben Mal stirbt einer von ihnen, doch jedes Mal ein anderer. Feinfühlig spürt Wyrypajew der Kluft zwischen Sterbenden und Lebenden nach – dem Schmerz, dem Mitleid, dem Mit-Leiden und der Unfähigkeit dazu. Ob Ekaterina selbst, ihre krebskranke Mutter, deren Freundin, Ekaterinas Geliebter und dessen Frau – sie alle ringen im Angesicht des Todes um Wahrheit, Ehrlichkeit, Vertrauen und kämpfen an gegen Angst, Schuldgefühle, Eifersucht und finden immer wieder zu einem Punkt zurück: Mitgefühl ist die eigentliche Grundlage menschlichen Glücks. Nach ihrer gefeierten Inszenierung von Simon Stones MEDEA am Theater Freiburg arbeitet die junge litauische Regisseurin Kamilė Gudmonaitė inzwischen am Deutschen Theater Berlin, den Münchner Kammerspielen und am Düsseldorfer Schauspielhaus. Für die letzte Spielzeit der Intendanz Peter Carps kommt sie nach Freiburg zurück und inszeniert den Szenenreigen DELHI, EIN TANZ voller Rhythmus und Poesie, sodass der Text selbst zum Tanz wird. Sinnlich, leicht und wahrhaftig.

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